Tod und Teufel

Tod und Teufel - Frank Schätzing

Mir war dieses Buch aller wärmstens empfohlen worden, so daß ich mit einer gewissen Erwartungshaltung daran gegangen bin. Wie so oft in solchen Fällen, wurde ich enttäuscht. Das Buch kann da nichts für, denn alles in allem gefällt es mir gut, aber der „super spannende, historische Krimi“ war es für mich nicht.

 

Zur Handlung: Der Dieb Jakob hockt am Abend im erzbischöflichen Palastgarten in einem Apfelbaum und will was? Klar, Äpfel stehlen. Der Apfelbaum steht gegenüber der Dombaustelle des Kölner Doms und so wird er Zeuge, wie ein dunkler Schatten den Dombaumeister vom Gerüst schubst. Vor Schreck fällt Jakob (wegen seiner weithin leuchtenden roten Haare auch der Fuchs genannt) aus dem Baum, wobei der Schatten ihn sieht. Jakob rennt zum Dombaumeister, aber er kommt zu spät. Ein paar letzte Worte flüstert der Meister ihm noch in´s Ohr, dann stirbt er. Jakob nimmt die Äpfel und seine Beine in die Hand und macht sich aus dem Staub, der Schatten folgt ihm unauffällig. Jakob bekommt in den nächsten Stunden schnell mit, daß ihn jemand umbringen möchte und sucht letztlich Zuflucht bei Richmodis, einer jungen Färberin, die ihm schon zuvor aus einer Zwickmühle geholfen hat. Richmodis hat einen cleveren Onkel, der ist studiert und Dechant einer kleinen Gemeinde, zu ihm bringt sie Jakob. Es stellt sich heraus, dass der Tod des Baumeisters nur Teil einer großen Verschwörung ist, die unsere Helden unter vollem Einsatz und Lebensgefahr aufdecken.

 

Dem Leser wird sehr, sehr viel Geschichte nahe gebracht, die ist kurzweilig erzählt, macht den Krimi aber unnötig langatmig und nimmt ihm die Spannung. Jasper, der gelehrte Onkel von Richmodis ist ein sehr kritischer Geist für seine Zeit und bringt uns immer wieder eine eher heutige Einschätzung der Geschehnisse nahe, z.B. zu den Kreuzzügen. Ich glaube nicht, daß sich im 13. Jahrhundert die Menschen so kritisch mit den Kreuzzügen auseinander gesetzt haben, woher hätten sie auch all die Informationen haben sollen, die das Bild aus heutiger Sicht prägen? Die Figur des Jasper ist in meinen Augen nicht realistisch, aber trotzdem sympathisch. Selbst für den Bösewicht des Romans kann ich am Ende eine gewisse Sympathie aufbringen, denn auch er ist nur Opfer früherer Ereignisse.

 

Alles in allem ist es ein ordentlicher historischer Roman, mit kriminalistischer Handlung, der durchaus meine Leseempfehlung verdient. 4 Sterne!