Krimi mit viel drumrum

Kein Grappa für Commissario Luciani: Roman (Commissario Luciani ermittelt) - Claudio Paglieri

Kurzbeschreibung von Amazon: „Ein Graf ohne Nachkommen, eine Haushälterin, ein Trödler, ein Drogendealer – das sind die Todesopfer dieses ansonsten ruhigen Sommers in Genua. Für Lucianis neuen, aalglatten Vize Livasi sind die vier scheinbar zusammenhanglosen Fälle in null Komma nichts abgehakt, während der Commissario zähneknirschend zu Hause sitzt und den alleinerziehenden Vater eines sechs Monate alten Säuglings gibt.

Doch dann taucht wie eine Vision aus der Vergangenheit seine ehemalige Klassenkameradin und Schulschönheit Fiammetta Sforza auf, von den Jahren unberührt wie Dorian Gray. Als Restauratorin hatte sie für den verstorbenen Grafen eine seit Generationen im Familienbesitz befindliche Rötelzeichnung untersucht und herausgefunden, dass es sich um ein bis dato unbekanntes Selbstporträt da Vincis handelt. Eine Beute von unschätzbarem Wert …

Das Baby vor den Bauch geschnallt, macht sich der spindeldürre, baumlange Commissario sofort auf eigene Faust auf die Jagd nach dem verschwundenen Porträt, im ungleichen Wettlauf gegen einen geisterhaften Mörder, karrieregeile Widersacher, die Tücken schöner Frauen und – den Schlafrhythmus seines Sohnes.“

 

Das war mein erster Commissario Luciani, aber die Verweise auf frühere Fälle hielten sich in Grenzen, auch wenn im Hintergrund ein alter Widersacher mitspielte, dessen Pläne und Motivation in Einblendungen immer wieder auftauchte. Dadurch war das Buch ein bisschen spannender, das man den genauen Fall, der zu diesem Hass führt, nicht kannte, hat überhaupt nicht geschadet. Insgesamt ging es in dem Buch sehr viel um das Privatleben des Commissario, um seine Beziehungen und um den Säugling, der ihm da über Nacht in den Schoß gefallen ist, aber auch allen anderen, handelnden Personen wird viel Platz eingeräumt, auch den Opfern. Es gibt viele interessante Wendungen in diesem Buch und die Informationen, die wir zu den Akteuren bekommen, sind manches Mal nicht das, was man erwartet hat. Für mich alles in allem ein gelungenes Buch, wenn man sich bei einem Krimi nicht nur auf den Kriminalfall fokussieren möchte. Wem beim Krimi der Fall das Wichtigste ist, der sollte sich lieber was anderes suchen.