Ein Schnupfen hätte auch gereicht

Ein Schnupfen hätte auch gereicht: Meine zweite Chance - Gaby Köster;Till Hoheneder

ich habe den Humor von Gabi Köster schon immer gemocht und als mir bei einer Freundin ihre Biographie in die Hände fiel, habe ich gleich gedacht, "Jupp, nehm ich mit" Nun habe ich das Buch durch und ich bin irgendwie enttäuscht, aber ich kann Euch leider nicht sagen, warum. Frau Köster erzählt aus ihrem Leben, vor und nach dem Schlaganfall und sie tut das mitunter sehr schonungslos, wenn sie z.B. zugibt, sich vor der Tür zum Klo in die Hose gemacht zu haben, weil sie einfach zu langsam war, um rechtzeitig dort zu sein. Sie stellt Vermutungen an, warum es zu diesem Schlaganfall kam und gibt uns allen den Rat, es mitunter etwas langsamer angehen zu lassen.

 

Ich habe nicht gewußt, daß Gaby Köster dem Tod gerade nochmal von der Schippe gesprungen ist. Was es heißt, einen Schlaganfall gehabt zu haben, kann ich jetzt zumindest erahnen. Ich kann auch verstehen, warum Frau Köster den Weg zurück in die Öffentlichkeit geht, obwohl sie dabei noch immer massiv gehandicapt ist. Sie will schlicht und einfach ihr Leben zurück und sich nicht damit abfinden, daß sich absolut alles geändert hat.

 

Ich habe großen Respekt vor dieser Entschlossenheit und diesem Mut und auch wenn ich dem Buch nur 3 Sterne gebe, so muß ich doch zugeben, es beschäftigt mich weiterhin. Mir gefällt die Sprache nicht. Schon alleine dieses „driss“ Gerede nervt mich gewaltig, das ist ein Wortgebilde, mit dem ich nichts anfangen kann und zu dem Zeitpunkt, als sie es erklärt, habe ich es schon längst gehasst. Ich hatte wahrscheinlich ein lustigeres Buch erwartet, dabei ist es nicht ohne Humor. Ganz sicher ist es ein Buch, daß nachdenklich macht und das man durchaus mal lesen sollte, wenn man sich für den Menschen Gabi Köster und ihre jetzige Situation interessiert.